Infografik Marktwächter Energie

Über uns

Millionen Kunden wechseln jedes Jahr ihren Strom- oder Gasanbieter. Bevor es soweit ist, haben sie die sprichwörtliche Qual der Wahl: Allein im Bereich Strom gibt es bundesweit mehr als 1100 Lieferanten, bei Gas liegt die Zahl bei etwa 900. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 1998 hat die Zahl der Anbieter stetig zugenommen.

Dieser Wettbewerb ist aus Verbrauchersicht zwar grundsätzlich erst einmal positiv, bringt aber auch Probleme mit sich, da im Schatten der vielen seriösen Anbieter immer wieder einzelne schwarze Schafe auftauchen, die mit fragwürdigen Geschäftspraktiken um Kunden buhlen. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen haben sich daher in den vergangenen Jahren die Beschwerden über Strom- und Gasanbieter gehäuft.

Marktwächter fungiert als eine Art Frühwarnsystem

Genau an dieser Stelle setzt das Projekt „Marktwächter Energie für Niedersachsen“ an: Im Rahmen der Projektarbeit werden die in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale eingehenden Beschwerden seit März 2015 systematisch erfasst und ausgewertet. Problematische Entwicklungen können so schnell identifiziert und an Politik, Öffentlichkeit und Aufsichtsbehörden weitergegeben werden. Der Marktwächter fungiert somit als eine Art Frühwarnsystem, das den Energiemarkt aus Sicht der Verbraucher beobachtet und auf Fehlentwicklungen schnell reagieren kann.

Neben den Beschwerden aus den Beratungsstellen gibt es zwei weitere Quellen, die der Marktwächter zur Analyse des Marktgeschehens nutzt (siehe Infografik): Die im Beschwerdeformular auf dieser Website hochgeladenen Hinweise und Dokumente sowie die Ergebnisse von eigenen Studien und Marktuntersuchungen. Durch diese gezielte Kombination von externen Hinweisen und eigener Recherche wird sichergestellt, dass die Probleme von Strom- und Gaskunden umfassend und aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert werden können.

Ergebnisse werden auf verschiedenen Wegen aufbereitet

Auch bei der Aufbereitung der Projektergebnisse setzt der Marktwächter auf verschiedene Kommunikationswege: So werden die ermittelten Fehlentwicklungen zum einen für Verbraucher und Medien aufbereitet, zum anderen in Form von Dossiers an die Politik weitergeleitet, um über verbraucherpolitische Empfehlungen oder gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu informieren. Im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe sucht der Marktwächter zudem den regelmäßigen Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft. Eine weitere wichtige Grundlage für die Marktwächtertätigkeit ist das so genannte Verbandsklageverfahren, das es der Verbraucherzentrale ermöglicht, juristisch gegen unseriöse Geschäftspraktiken vorzugehen.

Das Projekt „Marktwächter Energie für Niedersachsen“ wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Es folgt den gleichen Prinzipien wie die Projekte „Finanzmarktwächter“ und „Marktwächter Digitale Welt“ des Verbraucherzentrale Bundesverbands, geht jedoch auf eine eigenständige Initiative im Bundesland Niedersachsen zurück.

Stand: 29. Juni 2015

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