Steckdosen

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Kommt ein Wechsel für mich in Frage?

Grundsätzlich kann jeder Verbraucher seinen Strom- und Gaslieferanten frei wählen und sich von einem neuen Anbieter beliefern lassen.

Bei Mietern gilt jedoch die Einschränkung, dass dazu ein eigener Strom- bzw. Gaszähler vorhanden sein muss, das heißt, dass der Mieter seinen Verbrauch direkt mit dem Versorger abrechnet. Werden die Kosten für Strom oder Gas stattdessen an den Vermieter gezahlt, so ist dieser Vertragspartner des Energieversorgers. In diesem Fall kann der Mieter den Energieversorger zwar nicht eigenständig wechseln, sich mit seinem Anliegen jedoch an den Vermieter wenden. Im Rahmen des Wirtschaftlichkeitsgebots ist dieser verpflichtet, auch für Mieter kostengünstigere Alternativen zu suchen und zu berücksichtigen.

Kunden in der Grundversorgung können besonders viel sparen

Tatsächlich sind die Einsparmöglichkeiten, die sich durch einen Anbieterwechsel ergeben, oft erheblich. Je nach Verbrauch und Haushaltsgröße lassen sich manchmal mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Dies gilt insbesondere für Kunden in der Grundversorgung, das heißt für Kunden des örtlichen Grundversorgers, die keinen besonderen Tarif vereinbart haben und zu den allgemeinen Preisen beliefert werden. Solche Kunden können in der Regel bereits dadurch sparen, dass sie in einen günstigeren Tarif ihres aktuellen Versorgers wechseln.

Hintergrund: Grundversorgung, Sondervertrag und Ersatzversorgung

  • Grundversorgung:  Wer seinen Anbieter oder Tarif noch nie gewechselt hat, ist in der Regel Kunde in der so genannten Grundversorgung. Grundversorger ist dasjenige Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet beliefert. Meist handelt sich dabei um Stadtwerke oder große Verbundunternehmen wie RWE oder E.ON.
    Der Grundversorger ist verpflichtet, seine Preise öffentlich bekannt zu geben und jeden Haushaltskunden zu diesen Bedingungen zu beliefern (Jahresverbrauch bis zu 10 000 Kilowattstunden). Das bedeutet andersherum aber auch: Wer dem Netz Strom oder Gas entnimmt, ohne einen Liefervertrag abgeschlossen zu haben, geht damit automatisch ein Vertragsverhältnis mit dem Grundversorger ein. Dieser Fall tritt beispielsweise häufig nach Umzügen ein. Rechtliche Grundlage für die Belieferung in der Grundversorgung sind die Grundversorgungsverordnungen für Strom bzw. Gas (StromGVV bzw. GasGVV).
  • Sondervertrag: Als Sonderkunden bezeichnet man Verbraucher, die zu einem anderen Anbieter als dem Grundversorger gewechselt sind oder die bei ihrem Grundversorger zu besonderen Preisen und Konditionen versorgt werden. Der Sondervertrag ist damit ein Vertrag über die Belieferung außerhalb der Grundversorgung. Welche Angaben solche Verträge enthalten müssen, ist in Paragraph 41 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geregelt. Darüber hinaus können weitere Regelungen vereinbart werden.
  • Ersatzversorgung: Hat ein Kunde zwar eigentlich einen gültigen Vertrag, kann von seinem Strom- oder Gasanbieter jedoch nicht beliefert werden, fällt er automatisch in die so genannte Ersatzversorgung. Auf diese Weise sollen Versorgungsunterbrechungen verhindert werden, die sich beispielsweise dadurch ergeben können, dass bei einem Lieferanten Probleme auftreten oder ein Anbieterwechsel nicht reibungslos funktioniert. Die Ersatzversorgung dauert maximal drei Monate und kann vom Verbraucher jederzeit dadurch beendet werden, dass er einen neuen Anbieter mit der Belieferung beauftragt. Für Haushaltskunden dürfen die Preise in der Ersatzversorgung die allgemeinen Preise der Grundversorgung nicht übersteigen.

Stand: 19. Juni 2015

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