Steckdosen

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Was ist von Billiganbietern zu halten?

Vergleicht man Strom- oder Gastarife ausschließlich im Hinblick auf den Preis, tauchen auf den Spitzenplätzen der Vergleichsportale häufig so genannte Billiganbieter oder Energie-Discounter auf.

Besonderes Merkmal dieser Anbieter ist, dass sie wechselwillige Kunden im ersten Jahr mit besonders günstigen Konditionen anzulocken versuchen, im zweiten Jahr aber häufig umso teurer werden, um die Verluste aus dem ersten Jahr wieder auszugleichen. Solche Tarife rechnen sich also nur für sehr flexible bzw. wechselfreudige Kunden.

Bonuszahlungen verschleiern den tatsächlichen Preis

Zudem zeigt sich bei einem genaueren Vergleich häufig, dass die Tarife der Discounter gar nicht so günstig sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Die auffälligen Preise ergeben sich meist erst dadurch, dass verschiedene Bonuszahlungen versprochen und in den Gesamtpreis des ersten Jahres eingerechnet werden. Viele Verbraucher haben damit jedoch schlechte Erfahrungen gemacht, weil die beworbenen Boni am Ende nicht gewährt wurden oder die angegebenen Kosten aus anderen Gründen in die Höhe geschnellt sind, beispielsweise weil ein Pakettarif gewählt wurde.

Auch viele andere Probleme, die wir in der Rubrik Ärger mit Energieversorgern zusammengestellt haben (siehe Hauptmenü), sind in der Vergangenheit insbesondere bei Billiganbietern aufgetreten, beispielsweise fehlerhafte Abrechnungen oder nicht ausgezahlte Guthaben. Hinzu kommt häufig ein schlechter Service, beispielsweise weil die Unternehmen bei Problemen kaum zu erreichen sind oder Kunden sehr lang auf eine Rückmeldung warten müssen.

Tipps der Verbraucherzentrale

  • Ein Wechsel zu einem Billiganbieter muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen, allerdings sollten sich Verbraucher darüber im Klaren sein, dass sich die Beschwerden über Discounter in der Vergangenheit gehäuft haben und man als Kunde daher besonders aufmerksam sein sollte. Wer einen solchen Aufwand scheut bzw. von vornherein ausschließt, bereits nach einem oder zwei Jahren wieder zu wechseln, sollte sich besser für einen anderen Anbieter entscheiden.
  •  Informieren Sie sich im Internet, ob es über Ihren bevorzugten Lieferanten möglicherweise Beschwerden gibt. In Online-Foren schildern Kunden oft ausführlich, welche Erfahrungen sie gemacht haben.
  • Sie sind sich unsicher, was von einem konkreten Angebot zu halten ist? Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern – in einer unserer Beratungsstellen, am Telefon oder per E-Mail.

Stand: 19. Juni 2015

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