Steckdosen

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Welche Kündigungsfristen sind zu beachten?

Zu welchem Zeitpunkt ein Vertrag gekündigt werden kann, hängt immer davon ab, in welchem Vertragsverhältnis ein Kunde zu seinem bisherigen Energieversorger steht.

Ein Grundversorgungsverhältnis kann jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Sonderverträge haben dagegen abweichende Laufzeiten und Kündigungsfristen, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt sind. Häufig muss beispielsweise ein Zeitraum von sechs Wochen eingehalten werden. Bei Verträgen mit einer Mindestlaufzeit sind zudem bestimmte Termine zu beachten. Verpasst ein Kunde es beispielsweise, rechtzeitig vor Ablauf des ersten Vertragsjahres zu kündigen, verlängert sich der Vertrag häufig um ein weiteres Jahr.

Wenn Sie sich unsicher sind, zu welchem Termin Sie kündigen können, schauen Sie einfach in Ihrer letzten Strom- oder Gasrechnung nach: Dort muss der Energieversorger sowohl den nächstmöglichen Kündigungstermin als auch die Kündigungsfrist angeben. Manchmal finden sich diese Informationen allerdings mitten im Kleingedruckten; schauen Sie also lieber zweimal hin.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen

Bei Preiserhöhungen ergibt sich in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, das heißt, der Vertrag kann ohne Einhaltung der üblichen Kündigungsfrist beendet werden (§ 41 Abs. 3 Satz 2 EnWG). Wenn Sie von diesem Recht Gebrauch machen wollen, sollten Sie sich allerdings beeilen: Häufig enthalten die AGB des Anbieters kurze Fristen und Formalien. Ob dies bei Sonderkündigungen zulässig ist, ist juristisch noch nicht geklärt. Wer bei seiner Kündigung auf der sicheren Seite sein will, sollte die Regelungen jedoch vorsichtshalber beachten.

Wechselt ein Verbraucher von einem Energieversorger zum anderen, übernimmt in der Regel der neue Anbieter die Kündigung. Dafür muss der Kunde lediglich eine Vollmacht erteilen und diese zusammen mit den Vertragsunterlagen an den neuen Versorger schicken. Soll der laufende Vertrag allerdings kurzfristig gekündigt werden (z. B. weil die Frist bald abläuft oder ein Sonderkündigungsrecht wahrgenommen werden soll), empfiehlt es sich allerdings, lieber selbst zu kündigen und dies auf dem Vertragsformular des neuen Lieferanten zu vermerken.

Hintergrund: Sonderfall Umzug

Zieht ein Kunde um, kann der Strom- oder Gasliefervertrag unter Umständen schneller beendet werden als im Normalfall. In vielen Sonderverträgen finden sich spezielle Umzugsklauseln, die Kunden ein Sonderkündigungsrecht einräumen. In manchen Fällen ist die kurzfristige Kündigung jedoch nur dann möglich, wenn der Kunde in eine Wohnung außerhalb des Versorgungsgebiets zieht, das heißt vom Versorger nicht mehr beliefert werden kann.

pfeil_mehr  Sie haben Probleme bei der Kündigung Ihres Strom- oder Gasliefervertrags? Weitere Infos und Hilfestellungen bekommen Sie in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen, am Verbrauchertelefon (Thema Energierecht) oder in der Online-Beratung.

Stand: 19. Juni 2015

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