Wenn man wie ich seit vielen Jahren als Elektroinstallateur unterwegs ist und sich nebenbei intensiv mit Energiepreisen, Tarifen und der Entwicklung am Strommarkt beschäftigt, dann werden einem bestimmte Produkte immer wieder in der Werbung begegnen. In den letzten Wintern gehörten dazu ganz klar Mini-Heizlüfter für die Steckdose – und einer der aktuell populärsten Vertreter ist der Heat Me Pro (oft auch als HeatMe Pro geschrieben). Versprochen werden „bis zu 70 % weniger Energiekosten“, „sofortige Wärme“ und „Bleib warm. Spar richtig.“
In diesem ausführlichen Heat Me Pro Test schaue ich mir genau an, was hinter diesen Versprechen steckt. Ich bewerte das Gerät aus der Praxisperspektive eines Elektrikers und Energieberaters: Wie gut heizt der kleine Steckdosen-Heizlüfter wirklich? Was kostet der Betrieb im Alltag? Und in welchen Situationen kann er sich tatsächlich lohnen – und wo sollte man eher die Finger davon lassen?
Wichtig: Ich bewerte den Heat Me Pro unabhängig und kritisch, aber mit dem Blick darauf, ob und für wen sich der Kauf sinnvoll einsetzen lässt. Denn am Ende sollst du als Verbraucher:in eine fundierte Entscheidung treffen können – jenseits von Marketingversprechen und Angstbotschaften.
🧊 Warum Mini-Heizlüfter wie Heat Me Pro plötzlich überall sind
Spätestens seit der Energiekrise 2022/2023 sind die Heizkosten für viele Haushalte ein Dauerthema. Während Gas und Fernwärme zeitweise extrem teuer wurden, sind auch die Strompreise für Haushalte in Deutschland deutlich gestiegen und lagen 2024/2025 je nach Quelle im Mittel um die 40 Cent pro kWh.
In dieser Situation sind Produkte wie der Heat Me Pro geradezu prädestiniert für aggressive Werbung: ein kleines Gerät, das einfach in die Steckdose gesteckt wird, mit moderner Keramik-Technologie arbeitet, Räume „in Minuten“ erwärmen soll und angeblich auch noch die Heizkosten drastisch senkt. Das klingt nach der perfekten Lösung für kalte Wintertage im Homeoffice oder im schlecht gedämmten Altbau.
Verbraucherschützer sehen solche Mini-Steckdosenheizungen allerdings deutlich kritischer. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist seit einigen Jahren darauf hin, dass die kleinen Heizlüfter als Alternative für eine Zentralheizung ungeeignet sind, weil sie zu wenig Leistung für ganze Räume haben und im Dauerbetrieb den Stromverbrauch spürbar nach oben treiben. Ähnlich deutlich äußern sich Fachportale, die vor übertriebenen Werbeversprechen warnen, etwa in Bezug auf angebliche „Wunderersparnisse“ von 50 % und mehr.
Vor diesem Hintergrund war ich besonders neugierig: Ist der Heat Me Pro nur ein weiterer Marketing-Gag – oder ein sinnvolles Werkzeug, wenn man ihn realistisch einsetzt?
📦 Erster Eindruck: Verarbeitung, Design und Bedienung
Ausgeliefert wird der Heat Me Pro als kompakter Steckdosen-Heizlüfter. Das Gerät ist etwa handgroß, laut Hersteller ungefähr 3,5″ x 4,9″ x 3,5″ (Breite x Höhe x Tiefe), also grob 9 × 12,5 × 9 cm.: Damit gehört er zu den kleineren Heizlüftern am Markt – deutlich kompakter als klassische Standgeräte mit 1.500 oder 2.000 W.
Vorne sitzt ein Luftauslass mit feinen Lamellen, dahinter arbeitet ein kleiner Ventilator, der die erwärmte Luft in den Raum bläst. Oben bzw. seitlich (je nach Variante) befindet sich ein digitales LED-Display mit Tasten für Temperatur, Timer und Ein-/Ausschalten. Das gesamte Gerät steckt direkt in der Steckdose – es gibt also kein separates Kabel, was einerseits praktisch ist (kein Kabelsalat), aber auch Einschränkungen bei der Positionierung mit sich bringt.
Die Kunststoffqualität ist für diese Produktklasse in Ordnung: Es wirkt nicht wie ein Premium-Heizgerät aus dem Fachmarkt, aber auch nicht billig oder brüchig. Wichtig ist mir vor allem, dass das Gehäuse hitzebeständig wirkt und keine scharfen Kanten aufweist – hier gab es in meinem Test keine Auffälligkeiten.
Die Erstinbetriebnahme ist simpel: einstecken, kurz warten, Temperatur am Thermostat einstellen, Timer optional setzen – fertig. Das LED-Display zeigt Temperatur und ggf. Restzeit an. Für technisch weniger versierte Nutzer:innen ist das positiv: Man muss keine App installieren und kein WLAN einrichten – Plug & Play im wortwörtlichen Sinne.
⚙️ Technische Daten & Funktionen von Heat Me Pro im Überblick
Bevor ich auf meine persönlichen Heat Me Pro Erfahrungen eingehe, hier die wichtigsten technischen Eckdaten, wie sie auf den verschiedenen Produkt- und Bestellseiten angegeben sind:
| Merkmal | Heat Me Pro |
|---|---|
| Heiztechnologie | PTC-Keramik-Heizelement mit Mini-Lüfter |
| Leistung | ca. 800 W (elektrische Direktheizung) |
| Spannung | je nach Version 220–240 V (EU) / 120 V (US) |
| Temperaturbereich | ca. 15–32 °C (entspricht 60–90 °F) |
| Timer | 1–12 Stunden einstellbar |
| Abmessungen | ca. 3,5″ x 4,9″ x 3,5″ (B x H x T) |
| Gewicht | rund 0,4 kg |
| Sicherheitsfunktionen | Überhitzungsschutz, automatische Abschaltung |
| Montage | direkt in der Wandsteckdose, keine Kabel |
Die Kernbotschaft daraus: Der Heat Me Pro ist eine kompakte elektrische Direktheizung mit überschaubarer Leistung (800 W) und typischen Komfortfunktionen wie Timer und Thermostat. Das unterscheidet ihn funktional nicht grundlegend von vielen anderen Mini-Steckdosenheizlüftern, die aktuell im Handel und in zahlreichen Online-Shops auftauchen.
🏠 Heat Me Pro im Praxistest: So schlägt er sich im Alltag
🧪 Testumgebung
Um einen realistischen Eindruck zu bekommen, habe ich den Heat Me Pro in verschiedenen typischen Alltagssituationen eingesetzt:
- Homeoffice-Arbeitszimmer (ca. 12 m², Altbau, normal gedämmt)
- Schlafzimmer (ca. 14 m², eher kühl gehalten, Zentralheizung läuft niedrig)
- Ungedämmter Kellerraum (ca. 10 m²) – eher Worst-Case-Szenario
In allen Fällen ging es mir nicht darum, die Zentralheizung komplett zu ersetzen, sondern zusätzliche, punktuelle Wärme zu erzeugen – genau in dem Bereich, in dem ich mich aufhalte (am Schreibtisch, auf dem Sofa, beim Lesen).
🌡️ Heizleistung & Tempo
Im 12-m²-Arbeitszimmer konnte ich nach wenigen Minuten einen spürbaren Wärmeschleier in unmittelbarer Nähe des Geräts feststellen. Wenn der Heat Me Pro in einer Wandsteckdose etwa 1–2 Meter neben meinem Schreibtisch steckte und der Luftstrom in meine Richtung zeigte, fühlten sich Hände und Beine deutlich schneller warm an als ohne Zusatzheizung. Für genau solche Situationen – „es zieht am Arbeitsplatz“ – ist der Heat Me Pro gut geeignet.
Wichtig ist aber, die Erwartungen realistisch zu halten: Ein 800-W-Heizgerät macht aus einem kalten Raum keine Sauna. In schlecht gedämmten Räumen oder bei geöffnetem Fenster schafft er es nicht, die Raumtemperatur um viele Grad anzuheben. Eher darf man erwarten, dass er lokal angenehme Wärme erzeugt und den subjektiven Komfort spürbar erhöht – vor allem, wenn man die warme Luft bewusst in seine Richtung lenkt.
Im ungedämmten Keller war der Effekt deutlich geringer. Die Luft wird zwar warm, aber die kalten Wände „schlucken“ die Wärme regelrecht. Hier merkt man sehr deutlich, was die Verbraucherzentralen immer wieder betonen: Kleine Steckdosenheizer sind keine Wunderheizungen für schwierige Gebäudehüllen, sondern maximal eine ergänzende Wärmequelle.
🔈 Geräuschentwicklung
Da im Heat Me Pro ein kleiner Lüfter arbeitet, ist das Gerät nicht völlig lautlos. Im Vergleich zu großen Heizlüftern ist der Geräuschpegel aber moderat. In meinem Arbeitszimmer konnte ich problemlos telefonieren oder Videokonferenzen führen, ohne dass das Geräusch störend auffiel. Im Schlafzimmer könnte es für sehr geräuschempfindliche Menschen auf Dauer etwas nervig sein, aber im Timerbetrieb (z. B. 1–2 Stunden zum „Vorglühen“) ist das gut handhabbar.
Die Bedienung über das LED-Display ist intuitiv: Temperatur hoch/runter, Timer einstellen, fertig. Der einstellbare Bereich zwischen etwa 15 und 32 °C ist praxisnah – für die meisten Räume wird man eher im Bereich 18–24 °C unterwegs sein.
Sehr angenehm finde ich den Timer: Gerade bei Steckdosenheizern ist es wichtig, dass sie nicht stundenlang unbeaufsichtigt laufen. Ein typisches Szenario: Du machst es dir abends zum Lesen gemütlich, stellst die Mini-Heizung auf zwei Stunden und musst nicht daran denken, sie später noch auszuschalten.
💶 Was kostet der Betrieb von Heat Me Pro wirklich?
Marketingversprechen wie „bis zu 70 % weniger Energieverbrauch“ klingen gut – aber als Energieberater schaue ich mir immer zuerst die nackten Zahlen an.
Der Heat Me Pro arbeitet mit einer Leistung von ca. 800 W, also 0,8 kW. Die Kosten pro Stunde hängen direkt vom Strompreis deines Tarifs ab. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag in Deutschland 2024/2025 im Bereich von rund 0,38–0,42 € pro kWh.
Rechnen wir mit 0,40 €/kWh, ergibt sich:
- Leistung: 0,8 kW
- Strompreis: 0,40 €/kWh
- Kosten pro Betriebsstunde: 0,8 kW × 0,40 €/kWh = 0,32 €/Stunde
Wenn du den Heat Me Pro beispielsweise an 30 Tagen im Monat jeweils 4 Stunden laufen lässt, kommst du auf:
4 Stunden × 30 Tage = 120 Stunden → 120 × 0,32 € ≈ 38 € pro Monat nur für dieses eine Gerät.
Zum Vergleich: Gas kostet private Haushalte aktuell im Mittel etwa 12 Cent pro kWh, also knapp ein Drittel des Strompreises. Elektrische Direktheizungen – und dazu zählen auch Steckdosenheizer wie der Heat Me Pro – sind deshalb fast immer die teuerste Art zu heizen, wenn man die reine Kilowattstunde Wärme betrachtet. Genau das betonen auch Untersuchungen etwa von Stiftung Warentest zum Thema „Elektrisch heizen“.
Heißt das, der Heat Me Pro ist grundsätzlich zu teuer? Nicht unbedingt. Er kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn du ihn gezielt einsetzt, zum Beispiel:
- für kurze Zeiträume (1–2 Stunden) in einem einzelnen Raum
- wenn die Zentralheizung bewusst niedriger eingestellt ist und du nur lokal mehr Komfort willst
- wenn du z. B. im Homeoffice nicht die gesamte Wohnung aufheizen möchtest
Sobald du aber versuchst, mit einem oder mehreren Mini-Heizlüftern ganze Wohnungen dauerhaft zu beheizen, explodieren die Stromkosten in aller Regel schnell.
📊 Faktencheck: Energieeffizienz & Werbeversprechen
Der Hersteller bewirbt den Heat Me Pro mit Aussagen wie „bis zu 70 % weniger Energieverbrauch als herkömmliche Heizgeräte“. Auf den ersten Blick klingt das so, als wäre der Heat Me Pro „effizienter“ als andere Heizsysteme – und genau hier lohnt sich ein genauer Blick.
Aus elektrotechnischer Sicht gilt: Jeder elektrische Direktheizer wandelt Strom nahezu zu 100 % in Wärme um – egal, ob es ein 20 €-Heizlüfter aus dem Baumarkt, ein Infrarotpanel oder ein Mini-Steckdosenheizer ist. Der Unterschied liegt in der Leistung und im Einsatzzweck, nicht in einem „magischen Effizienzvorteil“.
Woher kommt dann die Behauptung der großen Einsparung? In der Praxis ergibt sie nur dann Sinn, wenn du:
- statt einer ganzen Wohnung nur einen kleinen Bereich gezielt heizt (z. B. Arbeitsplatz) und
- die Zentralheizung gleichzeitig konsequent niedriger einstellst oder einzelne Räume gar nicht mehr über die Zentralheizung beheizt.
In solchen Szenarien kannst du tatsächlich sparen – aber nicht, weil der Heat Me Pro zaubern kann, sondern weil du insgesamt weniger Fläche beheizt.
Die Verbraucherzentrale weist zu Recht darauf hin, dass Mini-Heizlüfter in der Werbung oft als vollwertiger Heizungsersatz dargestellt werden, in der Realität aber höchstens für punktuelle Zusatzwärme geeignet sind und im Dauerbetrieb schnell teuer werden.
Als Energieberater formuliere ich es so: Der Heat Me Pro ist kein „Energie-Wunder“, sondern ein praktischer Komfort-Booster für gezielte Einsatzfälle. Wer das versteht, kann ihn sinnvoll nutzen. Wer sich davon eine komplette Lösung für die Heizkostenprobleme erhofft, wird enttäuscht.
🛡️ Sicherheit & sinnvolle Einsatzgrenzen
Bei elektrischen Heizgeräten ist mir das Thema Sicherheit besonders wichtig. Laut Hersteller verfügt der Heat Me Pro über einen Überhitzungsschutz sowie eine automatische Abschaltung, etwa wenn der Timer abgelaufen ist. Das sind sinnvolle Basisschutzfunktionen.
Zusätzlich geben die FAQ des Herstellers klare Hinweise, die du ernst nehmen solltest: Der Heater ist nur für Wandsteckdosen im Innenbereich gedacht, darf nicht mit Verlängerungskabeln oder Steckdosenleisten kombiniert werden und sollte nicht unbeaufsichtigt laufen, wenn niemand im Haus ist.
Aus meiner Sicht gehört der Heat Me Pro nicht in folgende Einsatzbereiche:
- in feuchten Räumen wie Badezimmern ohne ausdrückliche Schutzklasse
- in Kinderzimmern ohne Aufsicht
- als alleinige Heizung für über längere Zeit unbeaufsichtigte Räume
Richtig eingesetzt, sehe ich das Sicherheitsniveau aber im Rahmen dessen, was man von einem modernen Steckdosen-Heizlüfter erwarten darf.
✅ Heat Me Pro – Vorteile aus meiner Sicht
Fassen wir die positiven Punkte meines Heat Me Pro Tests zusammen:
- Kompaktes Design: Steckt direkt in der Steckdose, kein Kabelsalat, nimmt wenig Platz ein.
- Einfache Bedienung: LED-Display, einstellbare Temperatur und Timer – auch für weniger Technikaffine gut handhabbar.
- Gezielte Zusatzwärme: Ideal, um am Arbeitsplatz, auf dem Sofa oder in einer kleinen Ecke schnell mehr Komfort zu erzeugen.
- Keramik-Technologie: Moderne PTC-Keramikheizer gelten als robust und erhitzen sich kontrolliert.
- Timer & Abschaltfunktionen: Helfen, unnötigen Dauerbetrieb zu vermeiden und erhöhen die Sicherheit.
- Mobil einsetzbar: Lässt sich schnell von Raum zu Raum mitnehmen.
❌ Schwächen & Kritikpunkte
Genauso wichtig sind aber die Grenzen und Nachteile, die im Marketing gerne untergehen:
- Begrenzte Heizleistung: 800 W reichen für punktuelle Wärme, aber nicht, um ganze Wohnungen dauerhaft angenehm zu temperieren – insbesondere bei schlechter Dämmung.
- Hohe Betriebskosten bei Dauerbetrieb: Bei rund 0,32 € pro Stunde können die Kosten schnell klettern, wenn der Heat Me Pro wie eine Hauptheizung genutzt wird.
- Marketingversprechen teilweise irreführend: Aussagen wie „bis zu 70 % sparen“ sind ohne Kontext sehr missverständlich – Einsparung hängt stark vom Nutzungsverhalten ab.
- Direkte Steckdosenabhängigkeit: Du bist darauf angewiesen, dass die Steckdose an einer sinnvollen Position sitzt; nicht jeder Raum ist dafür ideal ausgelegt.
- Nicht für alle Räume geeignet: Feuchte Räume, schlecht einsehbare Ecken oder verdeckte Positionen sind tabu.
👨👩👧 Für wen lohnt sich Heat Me Pro – und für wen nicht?
Aus der Kombination meiner praktischen Heat Me Pro Erfahrungen und der allgemeinen Fakten zu Strom- und Heizkosten ergibt sich ein differenziertes Bild.
Sinnvoll ist der Heat Me Pro aus meiner Sicht für:
- Menschen, die viel im Homeoffice arbeiten und nur ihren Arbeitsplatz zusätzlich erwärmen wollen.
- Haushalte, die einzelne Räume bewusst kühler lassen, sich aber an bestimmten Punkten mehr Komfort gönnen möchten (Leseecke, Sofa, Hobbyraum).
- Bewohner:innen mit günstigem Stromtarif (z. B. durch PV-Anlage, zeitvariable Tarife) und gleichzeitig teurer Zentralheizung.
- Personen, die ein einfach zu bedienendes, mobiles Zusatzgerät suchen und sich der Betriebskosten bewusst sind.
Weniger geeignet ist der Heat Me Pro für:
- Haushalte, die versuchen wollen, ihre komplette Wohnung primär elektrisch zu heizen.
- Menschen mit ohnehin hohen Strompreisen und relativ günstiger Gas- oder Fernwärmeversorgung.
- Situationen, in denen das Gerät regelmäßig unbeaufsichtigt laufen würde.
Gerade in der Beratung erlebe ich häufig, dass die größten Einsparungen nicht durch Gadgets, sondern durch einen Wechsel des Energieanbieters, Optimierung des Tarifs oder Investitionen in Dämmung und Regelungstechnik entstehen. Ein Gerät wie der Heat Me Pro kann dann ein kleines Puzzleteil sein – aber eben nur eines von vielen.
🔍 Heat Me Pro im Marktvergleich
Schaut man sich den Markt rund um „Mini-Heizlüfter Steckdose“ an, wird schnell klar: Der Heat Me Pro ist kein Einzelkämpfer, sondern Teil einer ganzen Gerätefamilie, die sich technisch sehr ähnelt. Viele Modelle arbeiten mit 500–800 W Keramik-Heizelementen, haben ein kleines Display, Timer-Funktion und werden direkt in die Steckdose gesteckt.
Im direkten Vergleich fällt der Heat Me Pro vor allem durch seine aggressive Online-Vermarktung und teilweise hohe Rabattaktionen („bis zu 70 % reduziert“, „nur heute gültig“) auf. Funktional unterscheidet er sich aber nicht dramatisch von anderen Geräten dieser Klasse. Für dich als Verbraucher:in heißt das:
- Achte weniger auf den Markennamen, sondern auf harte Daten (Leistung, Sicherheitsfunktionen, Timer) und den Endpreis.
- Prüfe, ob es seriöse Tests, Erfahrungsberichte und ggf. Bewertungen außerhalb der Herstellerseiten gibt.
- Vergleiche die Kosten mit anderen Lösungen, etwa einem kleinen Konvektor oder Infrarotheizer, wenn du häufiger und länger elektrisch heizen möchtest.
❓ Kurze FAQ zu Heat Me Pro
Ist Heat Me Pro wirklich energiesparend?
Der Heat Me Pro wandelt – wie alle elektrischen Direktheizungen – Strom sehr effizient in Wärme um. „Energiesparend“ ist er nur im Sinne von gezielter Anwendung auf kleiner Fläche. Im Dauerbetrieb in ganzen Wohnungen ist er durch den hohen Strompreis meist teurer als Gas- oder Fernwärme.
Kann Heat Me Pro eine Gas- oder Ölheizung ersetzen?
Nein. Steckdosenheizlüfter mit 800 W sind als Zusatzheizung gedacht. Offizielle Stellen wie die Verbraucherzentrale warnen ausdrücklich davor, sie als vollwertigen Ersatz zu nutzen, da sie dafür zu wenig Leistung haben und die Stromkosten stark steigen können.
Für welche Raumgröße ist Heat Me Pro geeignet?
Realistisch betrachtet eignet sich der Heat Me Pro für kleine Räume oder Zonen (z. B. 8–15 m²) als Zusatzheizung. In größeren Räumen spürt man zwar in der Nähe des Geräts Wärme, aber keine gleichmäßige Raumerwärmung.
Ist Heat Me Pro sicher?
Der Heat Me Pro bietet typische Schutzfunktionen wie Überhitzungsschutz und Abschaltautomatik. Wichtig ist aber dein Umgang damit: nur in Wandsteckdosen, nicht abdecken, nicht hinter Vorhängen verstecken und nicht stundenlang unbeaufsichtigt laufen lassen.
Lohnt sich der Kauf von Heat Me Pro?
Das hängt stark von deinem Nutzungsverhalten ab. Wenn du gezielt einzelne Bereiche für kurze Zeit erwärmst und dir der Strompreis bewusst ist, kann der Heat Me Pro eine komfortable Ergänzung zur Zentralheizung sein. Als „Heizungsersatz“ oder Dauerheizung ist er hingegen keine sinnvolle Lösung.
📌 Fazit: Meine Heat Me Pro Bewertung
Aus meiner Sicht als Elektroinstallateur und Energieberater ist der Heat Me Pro ein praktischer, aber klar begrenzter Helfer im Heizalltag:
Er punktet mit Kompaktheit, einfacher Bedienung, Timer und Keramik-Technik. In kleinen Räumen oder für punktuelle Wärme am Arbeitsplatz oder auf dem Sofa liefert er genau das, was man erwartet: spürbar mehr Komfort, ohne dass gleich die gesamte Wohnung hochgeheizt werden muss.
Gleichzeitig ist es wichtig, sich nicht von Werbeslogans blenden zu lassen. Der Heat Me Pro ist keine Zauberheizung, die die Physik aushebelt. Bei Strompreisen von rund 40 Cent pro kWh kann auch ein Mini-Heizlüfter schnell ins Geld gehen, wenn er zu häufig und zu lange läuft.
Mein abschließendes Urteil:
- Als gezielte Zusatzheizung für kleine Bereiche: durchaus empfehlenswert, wenn man die Grenzen des Geräts kennt und bewusst damit umgeht.
- Als Hauptheizung oder als „Heizkostenwunder“: nicht empfehlenswert – hier sind andere Lösungen wirtschaftlicher und nachhaltiger.
Wenn du über einen Kauf nachdenkst, solltest du parallel prüfen, ob du deinen Strom- oder Gastarif optimieren, eventuelle Bonusprogramme nutzen oder langfristig in Dämmung und effiziente Heiztechnik investieren kannst. In vielen Fällen bringen diese Schritte deutlich mehr Ersparnis als jedes Steckdosen-Gadget.