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Durchschnittlicher Stromverbrauch

Die Stromkosten eines Haushalts stellen einen erheblichen Faktor der monatlichen Nebenkosten dar. Aufgrund steigender Strompreise ist die Tendenzdabei steigend. Dabei verbrauchen viele Haushalte mehr als der Durchschnitt, wobei sich der Stromverbrauch durch einige Maßnahmen bereits deutlich reduzieren ließe. Eine gute Vergleichsmöglichkeit, um das eigene Verbrauchsverhalten zu überprüfen, ist dabei der durchschnittliche Stromverbrauch von Haushalten.
Besonderheiten
  • ideal für Vergleiche
  • Einsparpotenzial ermitteln
  • von verschiedenen Faktoren abhängig
  • steigt mit der Haushaltsgröße
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Haushalts bietet eine hilfreiche Kenngröße, um den eigenen Verbrauch zu hinterfragen und gegebenenfalls Einsparpotenziale zu ermitteln.
  • Dabei hängt der durchschnittliche Stromverbrauch von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise der Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen ab.
  • Durch die Nutzung von Einsparpotenzialen lässt sich jedes Jahr eine beträchtliche Summe an Stromkosten einsparen.

Der durchschnittliche Stromverbrauch in Haushalten

In Deutschland wurden im Jahr 2020 dem BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zufolge rund 488 Milliarden kWh Strom verbraucht, drei Viertel davon in privaten Haushalten. Damit liegen die durchschnittlichen Stromkosten bei rund 415 Euro pro Kopf., wobei mit rund 28 Prozent der anteilig größte Teil durch Informationstechnik, Audio- und TV-Geräte verursacht wurde. Waschen und Trocknen liegt mit 14 Prozent auf dem 2. Platz, gefolgt von Licht (13 %), Kühlgeräten (11 %), Kochen (9 %) und Spülen (8%).

Der durchschnittliche Stromverbrauch wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So liegt er in einem Einfamilienhaus durchschnittlich über dem Verbrauch eines Mehrfamilienhauses, da dort einige gemeinsam genutzte Verbrauchsquellen auf die Anzahl der Personen umgelegt werden können.

Einfamilienhaus

Haushaltsgröße Stromverbrauch Stromverbrauch mit elektr. Warmwasserbereitung
1 Person 2.300 kWh/Jahr 2.500 kWh/Jahr
2 Personen 3.000 kWh/Jahr 3.500 kWh/Jahr
3 Personen 3.500 kWh/Jahr 4.500 kWh/Jahr
4 Personen 4.000 kWh/Jahr 5.000 kWh/Jahr
5 Personen 5.000 kWh/Jahr 6.100 kWh/Jahr

Davon lassen sich wiederum die durchschnittlichen Stromkosten in Haushalten ableiten:

Haushaltsgröße Stromkosten Stromkosten mit elektr. Warmwasserbereitung
1 Person 730 € 795 €
2 Personen 955 € 1115 €
3 Personen 1115 € 1430 €
4 Personen 1270 € 1590 €
5 Personen 1590 € 1940 €

Mehrfamilienhäuser

Haushaltsgröße Stromverbrauch Stromverbrauch mit elektr. Warmwasserbereitung
1 Person 1.300 kWh/Jahr 1.800 kWh/Jahr
2 Personen 2.000 kWh/Jahr 2.800 kWh/Jahr
3 Personen 2.500 kWh/Jahr 3.600 kWh/Jahr
4 Personen 2.600 kWh/Jahr 4.100 kWh/Jahr
5 Personen 3.000 kWh/Jahr 5.000 kWh/Jahr

In einer Wohnung fallen damit die folgenden durchschnittlichen Stromkosten pro Jahr an:

Haushaltsgröße Stromkosten Stromkosten mit elektr. Warmwasserbereitung
1 Person 415 € 575 €
2 Personen 635 € 890 €
3 Personen 795 € 1145 €
4 Personen 825 € 1305 €
5 Personen 955 € 1590 €

Der durchschnittliche Stromverbrauch in Europa

Europaweit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch dabei in Deutschland dabei im Übrigen nur auf den hinteren Rängen. Das liegt möglicherweise aber auch einfach daran, dass der Strom je kWh nirgends so teuer ist wie hierzulande. Mit mehr als 30 Cent je verbrauchter kWh ist der Strom rund drei Mal so teuer wie beim Schlusslicht Bulgarien.

Strom – Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Länder Europas 2018

Pro-Kopf-Stromverbrauch ausgewählter Länder Europas im Jahresvergleich 1990, 2000 und 2018 (in Megawattstunden)

Land 1990 2000 2018
Norwegen 21,2 27,6 21,8
Finnland 11,8 15,3 15
Schweden 15,1 16,5 12,5
Belgien 6 8,1 7,2
Österreich 5,5 7 7,1
Schweiz 6,9 7,8 6,8
Frankreich 5,7 7,3 6,6
Deutschland 6,6 6,3 6,2
Niederlande 5,1 6,6 6,2
Italien 3,8 5,2 4,8
Vereinigtes Königreich 4,8 5,3 4,5

(Quelle: Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2019, Seite 27)

Einflussfaktoren auf den durchschnittlichen Stromverbrauch

Wenngleich es Kenngrößen für den durchschnittlichen Stromverbrauch gibt, so hängt der persönliche Verbrauch maßgeblich auch von den eigenen Lebensumständen ab. So beeinflussen gleich mehrere Faktoren den Stromverbrauch:

  • die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen
  • Mietwohnung im Mehrfamilienhaus oder Einfamilienhaus
  • Haushaltsgröße (kleinere Haushalte benötigen vergleichsweise meist mehr Strom als größere Haushalte mit mehreren Personen)
  • die Art der Warmwasseraufbereitung
  • Art und Alter der verwendeten Geräte

Auswirkungen der Personenzahl eines Haushalts auf den Stromverbrauch

In jedem Haushalt gibt es Elektrogeräte, die unabhängig von der Personenzahl genutzt werden. Ein Kühlschrank benötigt beispielsweise genauso viel Strom bei einer Person wie bei vier Personen, möglicherweise variiert dabei lediglich die Größe des Gerätes. Damit verbrauchen Haushalte mit weniger Personen durchschnittlich mehr Strom pro Kopf als größere Haushalte, bei denen die Nutzung der Geräte gemeinsam anfällt.

Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus

Ähnlich wie in einem Haushalt gibt es auch bei ganzen Häusern gemeinsam genutzte Bereiche, in denen Strom verbraucht wird. Das kann die Außenbeleuchtung oder das Licht im Treppenhaus sein, aber auch eine Garage oder die gemeinsam genutzte Werkstatt. Insgesamt fallen in einer Mietswohnung pro Kopf so durchschnittlich rund ein Drittel weniger Stromkosten an als bei Personen, die in einem Einfamilienhaus leben.

Die Art der Warmwasseraufbereitung

Es gibt ganz unterschiedliche Arten der Erwärmung von Warmwasser, von denen sich einige als wahre Stromfresser herauskristallisieren. Vor allem Boiler und Durchlauferhitzer, die das Wasser über Strom erhitzen, treiben den Verbrauch um rund 27 Prozent pro Kopf in die Höhe. Die Erwärmung mittels Gas oder Öl in einer zentralen Heizungsanlage ist hingegen deutlich günstiger. Dabei spielt natürlich auch das Alter der Geräte eine wichtige Rolle über die Höhe des Verbrauchs.

Art und Alter der verwendeten Geräte

Den wohl größten Anteil beim Stromverbrauch in einem Haushalt machen die Elektrogeräte aus. Schon ein Vergleich von Kühlschränken zeigt, dass Modelle mit einer schlechteren Energieeffizienzklasse teilweise 200 kWh / Jahr mehr verbrauchen als vergleichbare Produkte mit der aktuell besten Energieeffizienzklasse. Ein Austausch der Geräte kann den eigenen Verbrauch damit deutlich senken.

Den persönlichen Stromverbrauch ermitteln – so geht’s

Zu Ermittlung des eigenen Stromverbrauchs bieten sich verschiedene Methoden an. Grob überschlagen lässt sich der Verbrauch, wenn eine genaue Messmethode gerade nicht möglich ist, mithilfe der folgenden Rechnung, die der Bund der Energieverbraucher e.V. entwickelt hat.

Rechnung
Wohnfläche in m² * 9 kWh
+ Personenanzahl * 200 kWh (bei elektrischer Warmwasserzubereitung *550 kWh)
+ Anzahl der Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Spülmaschine * 200 kWh
= Stromverbrauch im eigenen Haushalt

Dabei fließen allerdings lediglich Großgeräte in die Berechnung ein, während Kleingeräte wie Toaster oder der Haartrockner unberücksichtigt bleiben:

  • Waschmaschine
  • Wäschetrockner
  • Elektroherd
  • Geschirrspüler
  • Kühlschrank
  • Gefriertruhe
  • TV-Gerät
  • Spielekonsole (Playstation, X-Box, etc.)
  • Computer
  • elektrisches Heizgerät

Stromverbrauch mit Messgeräten ermitteln

Wer es genau wissen möchte, kann den Verbrauch einzelner Geräte mithilfe von Strommessgeräten ermitteln. Diese gibt es für wenig Geld im Elektrofachhandel. Man schaltet sie einfach zwischen die Steckdose und das Elektrogerät und kann den Stromverbrauch direkt über eine Digitalanzeige ablesen.

Stromverbrauch anhand der Abrechnung ermitteln

Besonders exakt ist natürlich die Berechnung des eigenen Stromverbrauchs über die Abrechnung des Stromanbieters. Hier lässt sich genau ablesen, wie viel Strom im vergangenen Jahr verbraucht wurde.

Alternativ lässt sich ein Zählerstand zu einem Zeitpunkt X mit dem Stand zu einem späteren Zeitraum Y ablesen. Im Idealfall nutzt man hier ein Intervall von 2-3 Monaten, das man dann nur noch auf das Jahr hochrechnen braucht. Allerdings bleiben hier Schwankungen, die sich durch Jahreszeiten bedingen, unberücksichtigt. Für einen ersten Überblick reicht dieser Überschlag in der Regel jedoch aus.

Die Senkung des persönlichen Verbrauchs unter den durchschnittlichen Verbrauch

Die Senkung des Stromverbrauchs unter den Durchschnitt kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern reduziert gleichzeitig die eigenen Nebenkosten. Der Stromspiegel bietet eine praktische Tabelle, anhand der sich ideale Werte oder ein durchschnittlich zu hoher Verbrauch unter Berücksichtigung der Wohnform sowie der Art der Warmwasseraufbereitung ermitteln lassen.

Nach der Ermittlung des eigenen Stromverbrauchs lassen sich einzelne Elektrogeräte hinsichtlich ihres Verbrauchs ermitteln. So kann ein Kühlschrank mit einer schlechten Energieeffizienzklasse deutlich mehr Strom fressen als ein modernes Gerät mit der Klasse A++. Gegebenenfalls amortisiert sich ein Austausch damit schon nach wenigen Jahren.

Für gewöhnlich lässt sich die Art der Warmwasseraufbereitung zwar nicht verändern, wohl aber der Verbrauch reduzieren. Das ist auch ohne aktives Zutun – z. B. das Abschalten der Wasserzufuhr beim Duschen – mit Sparduschköpfen und Durchflussbegrenzern ganz einfach möglich.

Sogenannte Master-Slave-Steckdosenleisten erkennen zudem automatisch, wann ein Elektrogerät wie der Fernseher abgeschaltet wird und unterbrechen die Stromzufuhr, sodass sich ein Gerät nicht im Dauer-Stand-by-Modus befindet. Auch das spart Strom.

Schließlich stellt auch eine alte Heizungsanlage unter Umständen einen bedeutenden Stromverbraucher dar. Eine alte Umwälzpumpe, die das heiße Wasser vom Heizkessel zu den einzelnen Heizkörpern befördert, frisst jede Menge Strom und verbraucht bis zu 80 Prozent mehr als eine moderne Anlage.

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